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AIDS - 10.Version - Referat



1. Was ist eigentlich AIDS?

AIDS kommt aus dem Englischen und ist eine Abkürzung für Acquired immunodefiency syndrom. Auf Deutsch heißt das „Erworbener Mangel an Abwehrkraft“. Eigentlich ist es sehr einfach zu erklären, wenn man, anhand des englischen Originals, alles Schritt für Schritt übersetzt.
Das Wort acquired bedeutet, dass man Aids erwirbt oder sich holt, und zwar von einem anderen Menschen der bereits infiziert ist. Die Krankheit wird nicht durch Vererbung, sondern durch Ansteckung weiter gegeben. Auch wenn eine infizierte Mutter Aids auf ihr ungeborenes Kind überträgt, hat sie die Krankheit nicht vererbt, sondern das Ungeborene angesteckt.
Immunodefiency (Immundefekt) ist ein so langes Wort, dass man es besser versteht wenn man es in Teile zerlegt. Immuno bezieht sich auf das körpereigene Immunsystem, dass heißt die Abwehrkräfte, die jeder Mensch hat. Wenn Organismen den Körper angreifen, die zum Beispiel Masern, Grippe oder Erkältung hervorrufen, setzt das Immunsystem ein. Es bekämpft die fremden Organismen und zerstört sie, um die Krankheit entweder zu verhindern oder zu beenden. Defiency (Defekt) bedeutet, dass etwas fehlt oder nicht in Ordnung ist. Immunodefiency (Immundefekt) heißt folglich, dass das Immunsystem einer Person angegriffen oder nicht mehr funktionsfähig ist. Die körpereigenen Abwehrkräfte reichen nicht aus, krankheitserregende Organismen zu bekämpfen, die es unter normalen Umständen problemlos vernichten würde.
Das letzte Wort, syndrome (Syndrom), heißt, dass verschiedene Krankheitsmerkmale verdichtet auftreten, so dass man auf eine bestimmte Erkrankung schließen kann.
Zusammengesetzt wird die Bedeutung der drei Worte Acquired (erworben), immunodefiency (Immundefekt) und syndrome (Syndrom) klar: Ein Mensch steckt sich bei einem anderen Menschen an und entwickelt mehrere Krankheitssymptome. Aus diesem Krankheitssyndrom lässt sich schließen, dass das Immunsystem des Betroffenen defekt ist und sein Körper deshalb Erregern hilflos ausgeliefert ist, die er normalerweise abgewehrt hätte.

Der Erreger von AIDS ist HIV. HIV kommt ebenfalls aus dem Englischen und steht für Human Immundeficiency Virus, also ein Virus, das beim Menschen eine Abwehrschwäche verursacht.

Die Inkubationszeit dauert in Deutschland, in den Entwicklungsländern wesentlich kürzer, aus heutiger Sicht durchschnittlich 8-10 Jahre. Die Inkubationszeit ist der Zeitraum zwischen Infektion und Ausbruch der Erkrankung. Eine infizierte Person kann sich also noch viele Jahre völlig „gesund“ fühlen. Erst dann kommt AIDS zum Ausbruch. Aufgrund neuerer Therapien kann der Ausbruch von AIDS weiter hinausgezögert werden. Gegen AIDS wurde noch kein Mittel entwickelt und ist so nicht heilbar! Die Ansteckung erfolgt durch Geschlechtsverkehr ohne Kondom, Mutter-Kind (Stillen usw.) und Bluttransfusion.

Unter dem Begriff AIDS fasst man die verschiedenen Krank-heiten zusammen, an denen ein Patient aufgrund der zunehmenden Abwehr-schwäche erkrankt. Neben Nervenzellen befällt HIV eine wichtige Zelle des körper-eigenen Abwehrsystems, die T-Helferzelle. Je mehr Zellen befallen sind, desto weniger funktioniert das Abwehr-system.

Verschiedene Tumorkrank-heiten gehen mit der Abwehr-schwäche einher. Der Patient ist anfälliger für verschieden-ste Infektionskrankheiten, die bei ihm häufiger auftreten und schwerer verlaufen. Bei AIDS- Kranken im fortge-schrittenen Stadium findet man manchmal das so genannte Kaposi-Sarkom, das ist eine seltene Form von Hautkrebs (bläulich-braune Flecken auf der Haut).

2. Woher kommt die Krankheit

Man vermutet, dass die Immunschwäche erstmals in Afrika auftrat. HIV ist ein Virus, das beim Menschen AIDS verursacht. Es gibt ein ähnliches Virus (SIV), das Affen (speziell Schimpansen) befällt, aber kein AIDS hervorruft.
Man geht davon aus, dass SIV Anfang des 20. Jahrhunderts vom Affen auf den Menschen übergetreten ist, bei dem es nun als HI-Virus die Krankheit AIDS verursacht.
In den letzten Jahrzehnten hat man zu Forschungszwecken Gewebs- und Blutproben von Patienten aufgehoben. Einige hat man jetzt erneut untersucht und hat dabei interessantes herausgefunden: der früheste Nachweis einer Infektion mit HIV in Europa konnte bei einem Norweger gefunden werden, der sich vor 1971 infiziert haben muss. Ein amerikanischer Forscher entdeckte HIV in einer Blutgruppe aus dem Jahr 1959.

3. Wie hat sich AIDS bisher ausgebreitet?

Weltweit leben derzeit über 40 Millionen infizierte und AIDS-Kranke Menschen. Täglich
stecken sich etwa 16.000 Menschen neu mit HIV an. 80% der Betroffenen leben in der 3. Welt. In verschiedenen Ländern Afrikas (z.B. Simbabwe) schätzt man, dass ca. ¼ der Gesamtbevölkerung HIV-infiziert ist. Man kann sich vorstellen dass dies katastrophale Auswirkungen in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht auf die betroffenen Länder hat, ganz zu schweigen vom persönlichen Leid der Erkrankten.

In Osteuropa breitet sich AIDS explosionsartig aus. Als Folge sozialer Änderungen ist der Drogenkonsum in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion zu einem Massenphänomen und dadurch Motor der HIV-Verbreitung geworden. In Russland geht man inzwischen von ca. 1 Mio. Infizierten aus.

In Deutschland haben sich seit Anfang der 80er Jahre nach Schätzungen ca. 60000 Menschen mit HIV infiziert. Im Moment leben ca. 44000 Menschen mit HIV/AIDS. Die Zahl der Neuinfektionen pro Jahr liegt zwischen 2000-2500.

Einige Frauen wissen auch wie groß die Gefahr ist sich anzustecken, sehen aber keinen anderen Ausweg, da sie auf dem Land, aber auch in der Stadt meist keine Arbeit finden bleibt ihnen nur die Prostitution.

Die global am stärksten betroffene Region ist Afrika südlich der Sahara, die mit 28,5 Millionen Menschen mehr als zwei Drittel aller HIV infizierten Menschen hat. Im Jahr 2001 sind allein in Afrika 2,3 Millionen Menschen an AIDS gestorben (das sind mehr als 6000
Menschen täglich), und haben sich 3,5 Millionen Menschen neu mit HIV infiziert. Damit hat diese Region bei einem Anteil von 10% der Weltbevölkerung 70% aller HIV-Infizierten und 77% aller AIDS bezogenen Todesfälle. In Südafrika und Simbabwe werden schätzungsweise 60% der Jungen, die heute im Alter von 15 Jahren sind, in ihrem Leben mit HIV infiziert werden. Die Lebenserwartung in Afrika liegt bei 39-47 Jahren, ohne AIDS würde sie bei 62 Jahren liegen. Ohne ordentliche Behandlung wird in Botswana in den nächsten 10 Jahren 1/3 der Bevölkerung an AIDS sterben.

4. Aids in Afrika: Definitionsprobleme

Die meisten HIV-positiven Menschen leben, wie schon gesagt, in Afrika. Geldknappheit führt dort dazu, dass differenzierte Diagnosen und Todesursachen höchst selten abgeklärt werden. Es ist aber falsch einfach zu behaupten in Afrika haben alle AIDS und es stellt sich die Frage: Leidet der Kontinent tatsächlich an einer neuen „Lustseuche“ oder eher an der Zunahme altbekannter und behandelbarer Krankheiten?

Bei den oft genannten Zahlen und Prozenten der betroffenen Bevölkerung sollte man sehr vorsichtig sein, da die Diagnose AIDS in Afrika wesentlich auf der Basis einer von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) veröffentlichten Definition gestellt wird. Sie wurde von der WHO einzig und allein für die Entwicklungsländer geschaffen und unterscheidet sich erheblich von den Definitionen, welche in Europa und den USA angewendet werden. Außerdem wurde sie von vielen Ländern unterschiedlich abgeändert. Nach der WHO-Definition für Entwicklungsländer wird jemand als AIDS-krank erklärt, wenn er zum Beispiel länger als einen Monat Durchfall, starke Gewichtsabnahme sowie starken Juckreiz oder Husten hat und sich mit den vorhanden Möglichkeiten keine andere Ursache dafür nachweisen lässt.

Dieses Referat wurde eingesandt vom User: Lacoste_bunny



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