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"Morgens" von Jakob van Hoddis - Referat



Gedichtsinterpretation
„Morgens“ von Jakob van Hoddis (1887-1942)

Bei dem Gedicht „Morgens“ von Jakob van Hoddis verfasst im Jahr 1914, handelt es sich um ein Lied. Das Gedicht besteht aus nur einer Strophe, welche aus 18 Versen besteht. Diese Verse haben eine sehr unterschiedliche Länge und es ist kein eindeutiges Reimschema zu erkennen. In dem Lied sind Kreuzreime sowie Paarreime vorhanden. Bis auf eine Ausnahme (dem letzten Satz) ist jeder Vers ein Satz, welcher mit einem Punkt beendet wird. Das erste Wort in jedem Vers ist groß geschrieben. Jakob van Hoddis hat „Morgens“ zu Beginn des 1. Weltkriegs verfasst.

Bei dem Gedicht geht um die Situation in einer deutschen Industriestadt während des Krieges. Der Dichter beschreibt eine Morgenszene. Der Wind weht stark und die schwachen Sonnenstrahlen dringen langsam durch die Wolken hindurch. Der Tag ist eingebrochen wie es folgende Metapher beschreibt: „Ein starker Wind 0 Die Menschen werden aus der Nacht, einer Traumwelt wie sie vielleicht im Himmel hercht unsanft herausgerissen. Die Stadt erwacht und die Industrie ist schon im Gange „ Auf Dämmen donnern Züge.“ Die Sonne dringt durch den bewölkten Himmel durch „Die Morgensonne rußig. … Durch Wolken pflügen goldne Engelflüge.“ laut dieser Ellipse könnte es ein schöner Tag werden nur der Krieg und die wartende Arbeit auf die Frauen ermöglicht dies nicht. „Verdrossen klopfen die Glocken am verwitterten Dom. Viele Weiber siehst du und Mädchen zur Arbeit gehen.“ Es sind keine Männer auf den Straßen vorhanden, sie sind Soldaten im Krieg die Frauen müssen zurückgelassen mit den Kindern nun das Geld verdienen gehen. Bei dem Gedicht kommt aber noch keine negative Atmosphäre auf was evtl. daran liegen kann das Deutschland zu Beginn des Krieges noch optimistisch gedacht hat und im festen Glauben war den von sich ausgelösten Krieg zu gewinnen.
Die Frauen kommen alleine schwer klar sie haben wenig Schlaf da sie viel Zeit für Kinder und Arbeit opfern müssen und sich Gedanken über ihre Männer machen und große Hoffnung in sie stecken „Hin zur Maschine und mürrischem Mühn. Sieh in das zärtliche Licht.“ Das zärtliche Licht kann man als Blick in eine bessere Zukunft assoziieren.
Durch die Siegessicherheit wirkt das Gedicht sehr harmonisch es wird die blühende Natur beschrieben „Sieh in das zärtliche Grün. In der Bäume zärtliches Grün.“ Diese Personifikation zeigt den Zyklus des Lebens. Die Bäume gedeihen weiter und lassen sich durch den Krieg nicht unterdrücken. Die Felder sind
jedoch unbearbeitet und wildern vor sich hin „Und draußen auf wilderen Feldern.“ Dies drückt noch einmal den Verlust der Männer, der Feldarbeiter aus.

Mir gefällt dieses Gedicht sehr gut ich finde vor allem gut das der Dichter keine Unterteilung in einzelne Strophen vorgenommen hat so wirkt alles Zusammengehörig und die Schlechten Seiten des Lebens zu der Zeit des Krieges werden immer wieder durch die Hoffnung der Frauen und der in sich aufgehenden Natur aufgehoben. Jedoch gefallen mir die teilweise sehr komplizierten Umschreibungen für einfache Dinge im Leben nicht, dadurch braucht man eine Weile etwas in das Gedicht hineinzuinterpretieren zu können was jedoch aber auch zum Nachdenken anregt wie glücklich wir uns schätzen können nicht in einer solchen Situation leben zu müssen.
Ich finde es gut, dass der Dichter trotz des Krieges nicht die Hoffnung verloren hat wie es bei dem Gedicht „Berlin“ von Georg Heym Sache ist, welches zu der ungefähr selben Zeit verfasst worden ist. Heym sieht keine „rosige“ Zukunft mehr in einer Deutschen Industriestadt und stellt diese nur in negativen Aspekten da. Man sollte sich sein Leben nicht schwerer machen als es vielleicht schon ist und nicht den Blick für gute Seiten an einer Situation verlieren.





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