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"Die Sache mit Christoph" Charakterisierung - Referat



Charakterisierung: Martins Mutter

In dem Jungendbuch „Die Sache mit Christoph“ ist die Mutter des Erzählers Martin eine Person, die in Handlungen, sowie Gedankengängen von Martin vorkommt und eher am Rande erwähnt wird.

Martins Mutter ist sehr gebildet. Sie hat auf einer Kunstakademie studiert und entwirft nun Stoffe und Muster für Tapeten. Sie liebt diese Arbeit, ist fleißig und sehr begeisterungsfähig: „Und natürlich hatte sie sich gleich, nachdem er verschwunden war, auf die Arbeit gestürzt. So ist sie. Sie springt immer aus dem Stand, ohne Anlauf“ (S.21). Ihren Ideenreichtum kann sie hier gut ausleben: „…und ich sah die neuen Entwürfe auf dem Zeichentisch“ (S. 21).

Sehr wichtig ist ihr weiterhin die ehrenamtliche Arbeit bei einer Organisation namens „Amnesty“, bei der sie sich engagiert. Sie setzt sich tatkräftig, uneigennützig und hilfsbereit für Menschen in politischer Gefangenschaft ein: „Immer wenn etwas Dringendes zu erledigen ist, rufen sie meine Mutter an. Und die fährt natürlich sofort los. (…) Und Amnesty ist für sie (…) das Zweitwichtigste auf der Welt“ (S. 88).

So aktiv, tüchtig und überzeugt Martins Mutter von ihrer sozialen Arbeit ist, mag sie keine Menschen, die faul, oberflächlich oder engstirnig sind. Dies wird deutlich als sie wütend auf Christoph ist: „’Dieser asoziale Typ’, tobte sie. ‚Der sollte mal im Gefängnis sitzen, wegen seiner politischen Überzeugung. (…) Aber dem passiert so was natürlich nicht, weil er überhaupt keine Überzeugung hat.’“ oder als sie Christophs Vater kennen lernt: „Solche messerscharfen Typen wie Christophs Vater sind Ihr sowieso zuwider…“ (S. 116).

Ihre temperamentvolle, charakterstarke, selbstsichere Ader kommt bei diesem Gespräch mit dem Vater von Christoph zum Vorschein: „…und anfauchen lässt sie sich nicht. ‚Ich setzte überhaupt nichts in die Welt’, sagte sie. ‚Sie sind zu uns gekommen und ich habe mir erlaubt meine Meinung zu äußern. (…)’“ (S. 116). In einem solchen Fall wird sie meist sehr schnell wütend: „ Ich sah das Gesicht meiner Mutter und dachte: Gleich explodiert sie.“

Die Beziehung zu ihrem Sohn Martin hat sich, seit er kein Kind mehr ist, verändert. Die Mutter von Martin ist neugierig, interessiert und hartnäckig, will daher alles über ihn wissen: „Und dann fragt sie und bohrt und will mich schieben (…), wie früher, als ich ihr kleiner Junge war“ (S.21) und weil er ihr nicht mehr alles erzählt, ist sie auch aufmerksamer geworden: „Es ist, als ob sie nur mit einem Auge und einem Ohr schläft, damit ihr bloß nicht entgeht, was mit
mir zusammenhängt“ (S.20).
Obwohl sie versucht ihren Sohn zu verstehen und die Veränderung zu begreifen: „Das heißt, sie begreift es ja. (…) Aber (…)sie braucht mir nur gegenüberzustehen, schon vergisst sie alles“ (S. 21), macht es sie doch traurig: „’Was ist nur los mit dir, Martin?’, sagte meine Mutter traurig“ (S.144).
Sie liebt Martin und es fällt ihr schwer ihn „loszulassen“ und selber entscheiden zu lassen: „Diese Fragerei- als ob (…) sie mich einfangen, auf keinen Fall loslassen will“ (S. 21).
Auf der anderen Seite kann sie jedoch auch sehr liebevoll, sanft, zärtlich, fürsorglich und verständnisvoll im Umgang mit ihrem Sohn sein: „Aber diesmal fragte sie nicht. (…) Dann hob sie die Hand, ganz vorsichtig, und strich mir über den Arm“ (S. 22).

Die Mutter von Martin konnte Christoph leiden: „Dabei mochte meine Mutter ihn“ (S. 10), wollte aber nicht das Martin mit ihm befreundet war: „Nur für mich, da wünschte sie sich einen anderen Freund,...“ (S. 10).

Insgesamt kann man sagen, beschreibt Irina Korschunow Martins Mutter als eine gebildete, emanzipierte Frau, die ihren Sohn und ihre Arbeit liebt.
Ich finde, sie ist so etwas wie die „netten Nachbarin“, die jeder gut leiden kann und trotz allem eine gute Mutter.
Ulrike





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